Cannabisbutter ist eine der klassischsten Grundlagen für Edibles.
Richtig hergestellt, ermöglicht sie gleichmäßige Dosierung, reproduzierbare Wirkung und vielfältige Weiterverarbeitung – von Gebäck bis zu herzhaften Speisen.
Das Cannabisbutter herstellen ist eine Kunst für sich.
Dieser Guide zeigt bewährte Methoden, erklärt warum einzelne Schritte entscheidend sind und hilft dir, typische Fehler zu vermeiden.
🌿 Warum Cannabisbutter?
Cannabinoide wie THC und CBD sind fettlöslich.
Butter eignet sich deshalb ideal als Trägermedium, da sie:
- Fett enthält
- gut erhitzbar ist
- geschmacklich vielseitig einsetzbar bleibt
Die Qualität der Butter hängt nicht nur vom Ausgangsmaterial, sondern vor allem von:
- Vorbereitung
- Temperaturführung
- Zeit ab.
🔥 Schritt 1: Decarboxylierung – der wichtigste Teil
Rohes Pflanzenmaterial enthält überwiegend THCA, nicht THC.
Erst durch Hitze wird es aktiviert – dieser Prozess heißt Decarboxylierung.
So funktioniert Decarboxylierung:
- Pflanzenmaterial grob zerkleinern (nicht mahlen)
- Gleichmäßig auf Backpapier verteilen
- Ofen auf 105–115 °C
- 30–40 Minuten erhitzen
- Zwischendurch einmal vorsichtig wenden
💡 Warum das entscheidend ist:
Ohne Decarboxylierung bleibt die Butter deutlich schwächer oder wirkungslos.

🧈 Schritt 2: Butter vorbereiten
Klassisches Mischverhältnis (bewährt):
- 250 g Butter
- 5–10 g Pflanzenmaterial (je nach gewünschter Stärke)
👉 Für präzise Dosierung lieber niedrig anfangen.
Optional:
- Wasser zur Butter geben (verhindert Überhitzung & verbessert Geschmack)
♨️ Schritt 3: Cannabis in Butter extrahieren
Sanfte Methode (empfohlen)
- Butter langsam schmelzen
- Optional: gleiche Menge Wasser hinzufügen
- Decarboxyliertes Material einrühren
- Temperatur konstant 70–90 °C
- 2–3 Stunden leicht köcheln lassen ❌ nicht kochen
💡 Warum langsam besser ist:
Cannabinoide lösen sich über Zeit – zu hohe Hitze zerstört Wirkstoffe.
🧺 Schritt 4: Filtern & Abkühlen
- Mischung durch Sieb / Mulltuch filtern
- Rückstände nicht ausdrücken (sonst bitter)
- Flüssigkeit abkühlen lassen
- Bei Wasserzugabe: → Butter im Kühlschrank fest werden lassen → Wasser abgießen
Ergebnis: reine, aromatische Cannabisbutter

Alternative zur Butter: Kokosöl
Neben klassischer Butter kann Cannabis auch sehr gut mit Kokosöl verarbeitet werden. Wir nutzen diese Methode selbst, da Kokosöl einige praktische Vorteile mitbringt.
Kokosöl ist hitzestabiler als Butter und kann daher etwas höher erhitzt werden, ohne dass es verbrennt oder an Qualität verliert. Das macht den Herstellungsprozess kontrollierter, besonders bei längeren Ziehzeiten. Zusätzlich besitzt Kokosöl einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren, an die Cannabinoide sehr gut binden können.
Ein weiterer Vorteil: Kokosöl ist länger haltbar, lässt sich vielseitig einsetzen (z. B. für Backwaren, Kochen oder auch zur äußeren Anwendung) und ist für Menschen geeignet, die auf Milchprodukte verzichten möchten.
Aus diesen Gründen greifen wir persönlich bei der Herstellung unserer Cannabis-Infusionen bevorzugt zu Kokosöl statt zu Butter.
❄️ Lagerung & Haltbarkeit
- Kühlschrank: 1–2 Wochen
- Gefrierschrank: mehrere Monate
- Lichtgeschützt & luftdicht lagern
👉 Portionsweise einfrieren = bessere Dosierkontrolle
📏 Dosierung – weniger ist mehr
Die Wirkung von Edibles:
- setzt verzögert ein (30–120 Minuten)
- hält deutlich länger
- ist schwerer steuerbar als Inhalation
Grundregel:
👉 Erst kleine Menge testen
👉 Wirkung abwarten
👉 Dosierung langsam anpassen
❌ Häufige Fehler (und wie du sie vermeidest)
| Fehler | Konsequenz |
|---|---|
| Keine Decarboxylierung | Kaum Wirkung |
| Zu hohe Hitze | Wirkstoffverlust |
| Zu viel Material | Unkontrollierbare Stärke |
| Ungeduld | Überdosierung |
🧠 Fazit
Cannabisbutter herzustellen ist kein Hexenwerk –
aber Sorgfalt, Temperaturkontrolle und Geduld entscheiden über Qualität und Wirkung.
Wer sauber arbeitet, erhält eine stabile, vielseitige Grundlage, die sich präzise weiterverarbeiten lässt.
Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information. Bitte beachte die geltenden gesetzlichen Bestimmungen in deinem Land.
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